Faszientraining

Beim Thema Faszientraining denken viele zuerst an das Rollen mit Hilfsmitteln wie einer Blackroll Faszienrolle. Doch das ist nur ein Teil des Ganzen. Faszientraining umfasst ein breites Spektrum an Übungen, die die Beweglichkeit fördern, die Körperwahrnehmung verbessern und elastische, federnde Bewegungen einbeziehen. Ergänzt wird es durch das sogenannte Self-Myofascial-Release – also das gezielte Arbeiten mit Rollen oder Bällen.

Ziel all dieser Methoden ist es, die Faszien gesund zu erhalten und ihre Funktion zu unterstützen. Häufig ist dabei von „verklebten“ Faszien die Rede. Gemeint sind damit eingeschränkte Gleitfähigkeit und Spannungsveränderungen im Gewebe, die durch regelmäßige Bewegung und gezieltes Training positiv beeinflusst werden können. Bis sich spürbare Veränderungen einstellen, kann jedoch etwas Zeit und Geduld erforderlich sein.

Was sind Faszien?

Faszien sind ein Teil unseres Bindegewebes. Sie durchziehen den ganzen Körper wie ein Netzwerk und umhüllen Muskeln, Organe und andere Strukturen.
Man kann sie sich wie eine Art innere Hülle vorstellen, die alles miteinander verbindet.

Faszien helfen dabei, den Körper stabil zu halten und gleichzeitig beweglich zu bleiben. Damit sich Haut, Muskeln und Organe gut gegeneinander verschieben können, müssen die Faszien geschmeidig sein.
Das ist besonders wichtig, wenn sich der Körper anpasst – zum Beispiel in der Schwangerschaft, wenn sich die Organe im Bauchraum verändern und Platz schaffen müssen.

Wie trainieren wir?

Im Gegensatz zu klassischem Muskeltraining umfasst Faszientraining eher ruhige und kontrollierte Bewegungen. Wer schwer und kraftvoll eine Treppe hinaufgeht, beansprucht vor allem die Muskulatur. Wer hingegen leicht, "leise" und federnd die Treppe hinaufgeht, fördert zusätzlich die elastischen Eigenschaften der Faszien. Im Faszientraining werden solche schwingenden und federnden Bewegungen ebenso eingesetzt wie Dehnübungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Achtsamkeitsübungen zur Förderung der Körperwahrnehmung.

Da sich das Fasziensystem über den gesamten Körper erstreckt, verbindet es verschiedene Bereiche miteinander, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören. Deshalb kann es vorkommen, dass im Faszientraining Beschwerden wie Kopf- oder Nackenschmerzen über andere Körperregionen, zum Beispiel die Füße, beeinflusst werden. An lokalen Schmerzpunkten wird häufig mit Faszienrollen oder -bällen gearbeitet. Diese eignen sich auch gut, um gezielt zuhause an individuellen Bereichen zu arbeiten.

Vorteile Faszientraining

  • Verbesserte Beweglichkeit
  • Weniger Verspannungen
  • Bessere Körperwahrnehmung
  • Unterstützung der Regeneration
  • Verbesserte Kraftübertragung
  • Mehr Elastizität

Kontraindikationen

Bei Vorliegen der folgenden Voraussetzungen sprechen Sie bitte vor dem Training mit Ihrem Arzt. Vor allem der Einsatz einer Faszienrolle wird in diesen Fällen nicht empfohlen:

  • Osteoporose
  • Krampfadern (nur lokale Vorsicht geboten)
  • Einnahme von Blutverdünnern
  • Schwangerschaft
  • Tumorerkrankungen
  • Fibromyalgie
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Gelenkersatz

Faszientraining kennenlernen

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Faszientraining zu Ihnen passt, fragen Sie gerne eine Schnupperstunde bei mir an. Ob Sie gesundheitlich die Voraussetzungen erfüllen, besprechen Sie aber bitte mit Ihrem Arzt oder entsprechendem medizinischen Personal.

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